Kinder- und Jugendambulanzen (KJA/SPZ): Der Tarifabschluss ist jetzt greifbar nahe!

Ganztägiger Warnstreik für einen Tarifvertrag auf TVL-Niveau bei der Ki.D.T. gGmbH

Am 28. Januar 2016 fand nach Aufruf durch ver.di der wohl erste Warnstreik in der Geschichte des Sozialverbandes VdK statt. Am frühen Morgen versammelten sich die KollegInnen vor den fünf Einrichtungen, um dann gemeinsam zur Kundgebung vor dem Sitz des Sozialverbandes VdK in der Linienstraße zu fahren. Dort zeigte sich die Prokuristin überrascht von dem ganztägigen Streik. Von den 105 Beschäftigten der Ki.D.T. gGmbH, Tochterunternehmen des Sozialverbandes VdK Berlin-Brandenburg, beteiligten sich 60.

Die zentrale Forderung ist der Abschluss eines Haustarifvertrages auf Gesamtniveau des Tarifvertrages der Länder (TVL Berlin West). Seit mehr als 15 Jahren gab es keine Erhöhungen des Entgelts für die Beschäftigten, die Inflation führte zu einem erheblichen Reallohnverlust. „Diesen tariflosen und prekären Zustand gilt es jetzt zu beenden“, so die Sprecherin der Tarifkommission, Claudia Seekamp.

Der Tarifabschluss ist greifbar nahe…

Der Streik zeigte seine Wirkung. Nunmehr ist es zu wirklich ernstzunehmenden Tarifgesprächen gekommen. Verhandelt wird über einen Stufenplan bis zum Erreichen des TVL-Niveaus, über den in der Tarifkommission jetzt beraten wird. Die Fortsetzung der Tarifverhandlungen wurde auf den 28.April festgelegt. Es soll eine Mitgliederbefragung zur Annahme oder Ablehnung geben, die Abstimmung soll auf einer großen Mitgliederversammlung vorgenommen werden. Diese Entwicklung wäre ohne die Beteiligung der Kolleginnen und Kollegen am Warnstreik nicht möglich gewesen.

… und ist das Ergebnis einer kontinuierlichen gewerkschaftlichen Organisierung der Kolleginnen und Kollegen

2014 gründete sich die ver.di-Betriebsgruppe im VdK Landesverband. Sie arbeitete auch an der Vorbereitung des Gewerkschaftlichen Aktionsausschusses „Keine prekäre Arbeit und tariffreie Bereiche im Verantwortungsbereich des Landes Berlin!“ mit. Nachdem sie ausführlich Forderungen diskutiert und beschlossen hatten, begannen die KollegInnen im Februar 2015 mit dem Start der Tarifkampagne.

Im Juli 2015 waren mehr als die Hälfte (inzwischen mehr als 70 %) der Mitarbeiter bei ver.di eingetreten, so dass im September 2015 eine Tarifkommission gewählt wurde, die dann die Forderungen beschloss. Im Oktober wurden dem Arbeitgeber die Tarifforderungen übergeben. In diesem Zeitraum verankertern sie in Gesprächen mit der SPD-Fraktion und -Verantwortlichen, ihre zentrale Forderung nach einem Tarifvertrag und „gleicher Lohn für gleiche Arbeit“.

Die Entwicklung kontinuierlicher gewerkschaftlicher Organisierung und des beharrlichen politischen Dialogs und Auseinandersetzung mit den politischen Vertretern des Abgeordnetenhauses und des Senats haben die Kolleginnen und Kollegen auch eindrucksvoll auf der Versammlung am 5.November 2015 im ver.di-Haus dargestellt und ist auch im Infoblatt zu dieser Versammlung (Download auf der Webseite des Gewerkschaftlichen Aktionsausschusses; siehe Seite 8) und auf unserer Webseite www.verdi-kidt.de dokumentiert.

 

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